02.09.2019 | News-Bericht

Christoph 11 fliegt zweimal zum Unglücksort im Wald

  • Am Einsatzort leuchtet die Feuerwehr neben der Unglückstelle auch den Landeplatz für Christoph 11 aus.
    Am Einsatzort leuchtet die Feuerwehr neben der Unglückstelle auch den Landeplatz für Christoph 11 aus.

Der in ganz Deutschland laufende Umbau der Energieversorgung erfordert immer wieder die Anlieferung auch sehr großer und gewichtiger Bauteile abseits der Hauptverkehrswege, etwa für Windräder. So war Mitte August gegen 20.45 Uhr ein rund 60 Tonnen schwerer Transport auf einem geschotterten Waldweg zwischen Hornberg und Kirnbach unterwegs. Der Lkw sollte Fundament-Betonteile bringen, die für eine Anlage des Windparks auf der Schondelhöhe benötigt werden. Bei der Anfahrt zur Baustelle jedoch hielt die Bankette des Weges dem Druck nicht stand, den der vierachsige Auflieger auf den Erdboden ausübte. Der Wegesrand rutschte ab, und der Auflieger kippte daraufhin eine steile Böschung herunter. Dabei wurde die Zugmaschine mitgerissen – und mit ihr die beiden Insassen. Das Gefährt überschlug sich laut Polizeipräsidium Offenburg mehrfach und kam erst nach etwa 40 Metern zum Liegen.

Die Leitstelle alarmierte wegen des Vorfalls die Polizei, den bodengebundenen Rettungsdienst sowie die Feuerwehr zur Ausleuchtung der unwegsamen Unglückstelle. Auf der Luftrettungsstation Villingen-Schwenningen, die 24 Stunden, also auch nach Sonnenuntergang dienstbereit ist, schrillte um 21 Uhr ebenfalls der Alarm: Das Team von Christoph 11 wurde zusätzlich in den Wald bei Hornberg gerufen, um dem verletzten Fahrer und Beifahrer des Schwertransporters medizinisch beizustehen.

Sofort starteten die Piloten Simon Lehrich und Roy Fleischer die rot-weiße H 145 der DRF Luftrettung. Begleitet von Notarzt Dr. Christoph Herzog und Notfallsanitäter Andreas Schubauer flogen sie unmittelbar zu dem Waldstück, in dem der verunglückte Transporter lag. Lehrich und Fleischer landeten den Hubschrauber nur 100 Meter vom Hang, den der Lkw heruntergerutscht war, auf einem Wiesenstück.

Zunächst versorgte die medizinische Crew der gemeinnützigen Organisation den Fahrer. Ihm gelang es noch, nach dem Unfall den Hang aus eigener Kraft hinaufzuklettern. Der 59-Jährige, bei dem der Verdacht auf innere Verletzungen bestand und der sich zudem eine Rippenserienfraktur zugezogen hatte, wurde von Christoph 11 in nur zehn Minuten ins Schwarzwald-Baer-Klinikum nach Villingen-Schwenningen geflogen.

Anschließend kehrten Lehrich, Fleischer, Herzog und Schuhbauer in den Wald zum Einsatzort zurück: Der Beifahrer des Schwertransportes war während der laufenden Versorgung durch den bodengebundenen Rettungsdienst vor dem Lkw bewusstlos geworden und musste von der Feuerwehr erst mittels Schleiftrage aus dem Hang gerettet werden. Als die Crew der DRF Luftrettung abermals an der Unglücksstelle landeten, wurde der 51-jährige Mann in einem Rettungswagen vorversorgt. Bei ihm bestand der Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma; daneben hatte er mehrere Brüche der Gliedmaßen erlitten. 

Auch den Beifahrer übernahmen die Luftretter aus Villingen-Schwenningen rasch von den bodengebundenen Kollegen. Simon Lehrich, Roy Fleischer, Dr. Christoph Herzog und Andreas Schuhbauer luden den 51-Jährigen ebenfalls in die H 145 und flogen ihn zur weiteren Behandlung der Unfallfolgen ins Klinikum Offenburg, wofür der Hubschrauber der DRF Luftrettung wiederum nicht länger als zehn Minuten benötigte.