04.04.2013 | News-Bericht

Christoph 60 auf Landstraße und in der Loipe im Einsatz

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Bis spät in den März hinein wurden die Besatzungen der DRF Luftrettung in diesem Jahr zu winterlichen Unfällen alarmiert: So auch die Suhler Luftretter am 5. März zu einem Verkehrs- und einem Wintersportunfall. In den frühen Morgenstunden war ein 20-jähriger Autofahrer auf der L1145 nördlich von Neuhaus (Landkreis Sonneberg) auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidiert. Dabei hatten er und die Unfallgegnerin schwere Verletzungen erlitten und waren in ihren Autos eingeklemmt worden. Kurze Zeit nach der Alarmierung durch die Leitstelle Suhl landete Pilot Martin Hannig den rot-weißen Hubschrauber auf der Straße, die von der Polizei gesperrt worden war. Nachdem Notarzt Dr. Henry Merxbauer beide Patienten untersucht hatte, forderte er umgehend den Hubschrauber der DRF Luftrettung aus Bad Berka nach, denn die Schwerverletzten mussten so schnell und schonend wie möglich in Kliniken transportiert werden. Bevor Einsatzkräfte der Feuerwehr die Eingeklemmten befreit hatten, verabreichte ihnen der Hubschraubernotarzt Schmerzmittel und kreislaufstabilisierende Medikamente. Außerdem legte die medizinische Besatzung der verletzten Frau ein Immobilisationskorsett an. „Da die Patientin über starke Rückenschmerzen klagte, konnten wir eine Verletzung der Wirbelsäule nicht ausschließen. Durch das Korsett wird die gesamte Wirbelsäule ruhig gestellt“, erklärt Rettungsassistent Ingo Müller. Mittlerweile waren die Luftretter aus Bad Berka am Unfallort eingetroffen und übernahmen gemeinsam mit dem bodengebundenen Rettungsdienst die weitere Versorgung der Patientin, die an Bord von Christoph Thüringen in das Jenaer Universitätsklinikum gelangte. Die Suhler Luftretter kümmerten sich indessen um den 20-Jährigen, der sich bei dem Unfall eine Oberschenkel- und eine Beckenfraktur zugezogen hatte. „Beckenfrakturen können zu lebensbedrohlichen inneren Blutungen führen, die Betroffenen sollten daher so wenig wie möglich bewegt werden. Aus diesem Grund haben wir das Becken des Patienten mit einer Beckenschlinge immobilisiert“, berichtet der Rettungsassistent. Auf eine Vakuummatratze gebettet wurde der Patient an Bord von Christoph 60 zum Klinikum Meiningen geflogen. Nach der Patientenübergabe kehrte die Besatzung an ihre Station zurück, doch schon bald schrillte das Alarmtelefon erneut. Die Leitstelle Wartburgkreis forderte Christoph 60 am frühen Nachmittag zu einem Wintersportunfall an. Auf der Rennsteigloipe im Thüringer Wald war eine 57 Jahre alte Langläuferin gestürzt und hatte sich so schwer am Knie verletzt, dass sie nicht mehr weiterlaufen konnte. „Ihr Ehemann hatte mit seinem Mobiltelefon einen Notruf abgesetzt. Aus der Luft haben wir eine kleine Lichtung im Wald ausgemacht, auf der ich landen konnte“, berichtet Pilot Martin Hannig. Der Hubschraubernotarzt untersuchte die Patientin und vermutete, dass sie sich das Innenband im Knie gerissen hatte. Er legte der Frau einen Zugang, um ihr Schmerzmittel zu verabreichen und schiente gemeinsam mit dem Rettungsassistenten ihr Knie. Anschließend wurde die 57-Jährige in nur sechs Flugminuten in das Klinikum nach Bad Salzungen transportiert.