06.06.2019 | News-Bericht

Christoph Nürnberg bringt sechs Monate alten Säugling zurück

  • Schneller und schonender Transport eines kleinen Jungen an Bord von Christoph Nürnberg.
    Schneller und schonender Transport eines kleinen Jungen an Bord von Christoph Nürnberg.

Der sechs Monate alte Junge hatte trotz seines geringen Alters leider schon eine lange Krankheitsgeschichte hinter sich, als Christoph Nürnberg vor kurzem seinetwegen zu Hilfe gerufen wurde. Das Kind hatte einige Tage lang auf der Kinderintensivstation des Uniklinikums Würzburg gelegen: Dort war einige Wochen zuvor eine schwere, aber erfreulicherweise therapierbare Tumorerkrankung festgestellt worden.

Plötzlich jedoch verschlechterte sich die Lungenfunktion unter der Tumortherapie des Säuglings massiv. Um die Versorgung des kleinen Patienten mit ausreichend Sauerstoff sicherzustellen, wurde er per Hubschrauber ins Uniklinikum München transportiert. Dort setzten die Ärzte die sogenannte „ECMO-Therapie“ ein, ein Lungenersatzverfahren. Dies zeigte Wirkung, nach nur wenigen Tagen verbesserte sich der Zustand des Kindes wieder. Es sollte zur endgültigen Genesung daraufhin nach Würzburg zurückgebracht werden.

Deswegen erhielt das Team der DRF Luftrettung in Nürnberg den Auftrag, den Intensivtransport durchzuführen. „Um das Kind auch während des Fluges in Narkose optimal versorgen zu können, holten wir zunächst eine Kinderärztin aus Würzburg mit unserer H 145 ab“, berichtet der leitende Notfallsanitäter Alexander Schuricht. Die Medizinerin sollte die Besatzung von Christoph Nürnberg an diesem Tag optimal ergänzen.

Für die drei diensthabenden Kollegen, Pilot Peter Kennenmann, den Hubschraubernotarzt Dr. Matthias Hohenhaus sowie HEMS-TC/Notfallsanitäter Alexander Schuricht, begann damit ein insgesamt siebenstündiger Einsatz, wenngleich der eigentliche Patiententransport nur etwas länger als eine Stunde Zeit in Anspruch nahm. Zunächst rüstete das Team gemeinsam die medizintechnische Ausrüstung um. Alle Geräte, die Christoph Nürnberg stets an Bord hat, um auch während des Fluges Menschen wie auf einer Intensivstation versorgen und überwachen zu können, wurden auf die Bedürfnisse des sehr jungen Patienten umkonfiguriert. Darunter etwa das Monitoringsystem, das permanent die Vitalwerte analysiert und darstellt, oder das Beatmungsgerät, welches spezielle Filter und Schlauchsysteme benötigt, wenn man einen Säugling damit optimal beatmen will. Danach flog die Crew der DRF Luftrettung von Würzburg in die bayerische Hauptstadt. „In München angelangt, kümmerte sich unser Notarzt ab da überwiegend um die komplexe Beatmung des Jungen, während die Kinderintensivmedizinerin aus Würzburg die sechs Perfusoren, mit denen dem Kind mikrochipgesteuert kontinuierlich Medikamente gegeben wurden, sowie dessen Gesamtzustand überwachte“, schildert Alexander Schuricht den weiteren Einsatzverlauf.

Durch die gute Zusammenarbeit und das Equipment der DRF Luftrettung wurde der Säugling problemlos nach Würzburg geflogen und wieder den dortigen Krankenhausärzten auf der Intensivstation übergeben. Christoph Nürnberg kehrte im Anschluss zu seiner Station auf dem Flughafen der fränkischen Metropole zurück – bereit für weitere Einsätze.