19.10.2020 | Hintergrund

Fünf Fragen rund ums Finanzielle an Theresia Kneschke

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  • Theresia Kneschke, Leiterin des DRF e.V.
    Theresia Kneschke, Leiterin des DRF e.V.

Money makes the world go round… Wo kommt eigentlich das Geld für die Luftrettung her? Fünf Fragen rund ums Finanzielle an Theresia Kneschke, Leiterin des DRF e.V.   

Wie finanziert sich die Luftrettung?

Theresia Kneschke: Die Finanzierung der DRF Luftrettung ruht auf drei Säulen: Zum einen erstatten die gesetzlichen und privaten Krankenkassen Flugminutenpreise für die Einsätze, die wir geleistet haben. Diese Flugminutenpreise werden individuell ausgehandelt und unterscheiden sich je nach Bundesland. Das ist auch der große Unterschied zum bodengebundenen Rettungsdienst: Hier wird nach Einsatzpauschalen vergütet. Das führt dazu, dass der Einsatz eines Rettungshubschraubers insbesondere auf kürzeren Einsatzdistanzen einen Kostenvorteil bringen kann. Zum anderen finanzieren wir unsere Arbeit über Spenden und Förderbeiträge und indem wir Firmenkunden freie Kapazitäten anbieten, beispielsweise in der Werft. Auch hier kommen alle Erlöse der Luftrettung zugute.

Kern unseres Selbstverständnisses ist es, unser hohes Qualitätsniveau zu halten und stetig weiter zu entwickeln.

Wenn die Krankenkassen die Einsätze bezahlen, warum braucht die DRF Luftrettung dann die Unterstützung durch Spenderinnen und Förderer?

Theresia Kneschke: Die Krankenkassen erstatten nur die Kosten, die dem gesetzlich vorgeschriebenen Leistungsumfang entsprechen. Unser Ziel ist es jedoch immer, unseren Patienten stets die optimale Versorgung zu bieten. Daher treiben wir die Entwicklungen in der Medizin und hinsichtlich unserer Fluggeräte kontinuierlich voran. Wir investieren regelmäßig in unsere Flotte, Fortbildungen und neueste Medizintechnik, um über den gesetzlich vorgegebenen Rahmen hinaus eine optimale Versorgung zu bieten. So bringen beispielsweise besondere Rettungsverfahren, wie die Windenrettung, hohe Anschaffungskosten sowie kosten- und zeitintensive regelmäßige Schulungsmaßnahmen mit sich. Daher ist die DRF Luftrettung als gemeinnützige Organisation auf die Unterstützung von Förderern und Spendern angewiesen.

Welchen Beitrag kann ich leisten?

Theresia Kneschke: Werden auch Sie zur Luftretterin oder zum Luftretter, indem Sie uns mit einer Fördermitgliedschaft oder Spenden unterstützen! Eine Fördermitgliedschaft ist bereits ab einem Betrag von 48 Euro jährlich möglich. Spenden können Sie regelmäßig oder einmalig, beispielsweise indem Sie bei einer Feier wie einem Geburtstag um Spenden für die DRF Luftrettung anstelle von Geschenken bitten. Wir stellen Ihnen dafür, sollten Sie das wünschen, gerne Informationen und eine Spendenbox zur Verfügung. Immer mehr Menschen unterstützen uns auch dadurch, dass sie uns im Rahmen ihres Testaments fördern. Unternehmen haben zudem die Möglichkeit, die DRF Luftrettung als Sponsoren zu unterstützen.

Welche Projekte haben die Förderer und Spender zuletzt konkret gefördert?

Theresia Kneschke: Im Frühjahr hatten wir um Unterstützung zur Anschaffung der innovativen EpiShuttles gebeten. Sie erlauben es, Patienten und Patientinnen mit hochinfektiösen Krankheiten, wie z. B. Covid-19, wie in einer Isolierstation zu transportieren. Ein EpiShuttle schlägt mit immerhin 40.000 Euro zu Buche. Doch auch beim Kauf von sieben neuen, hochmodernen Beatmungsgeräten mit einem Preis von rund 20.000 Euro pro Stück standen uns unsere Förderer und Spender*innen zur Seite. Und nicht vergessen dürfen wir den neuen Learjet, der im letzten Jahr für unsere weltweilen Rückholungen an den Start gegangen ist. Hier wussten wir für die medizinischen Innenausstattung ebenfalls unsere Unterstützer an unserer Seite. Herzlichen Dank an dieser Stelle an alle, auf die wir, teilweise seit vielen Jahren, zählen können!.

Haben Förderer auch Vorteile?

Theresia Kneschke: Es gilt zu unterscheiden: In Deutschland hat jeder Betroffene Anspruch auf den Einsatz eines Rettungshubschraubers, wenn dies medizinisch notwendig ist. Die Kosten hierfür übernehmen die Krankenkassen. Anders sieht es aber aus, wenn jemand im Ausland schwer erkrankt oder einen Unfall hat: Hier übernehmen die Krankenkassen nicht alles, die unter Umständen sehr hohen Rückholkosten müssen selbst getragen werden, wenn keine Vorsorge getroffen wurde. Unser Dankeschön an unsere Fördermitglieder ist, dass wir sie in einem solchen Fall zurück nach Deutschland holen, wenn der Transport als medizinisch sinnvoll angesehen und ärztlich angeordnet wird. Die Abwicklung läuft über erfahrene Disponenten unserer Einsatzzentrale und wir bieten eine Bett-zu-Bett-Betreuung vom Ausgangsland nach Deutschland.