06.06.2019 | News-Bericht

Greifswalder Luftretter behandeln lebensbedrohlich verletzte Mitfahrerin

  • Transfusion in letzter Minute: Lebensrettender Flug an Bord von Christoph 47.
    Transfusion in letzter Minute: Lebensrettender Flug an Bord von Christoph 47.

Traumwetter, reger Autoverkehr zum Darß. Eine der beiden Zufahrten auf die Halbinsel zwischen Rostock und Stralsund führt über die Meiningenbrücke. Kurz nach dem Ende der Querung gerät eine 57-Jährige an einem Nachmittag vor einigen Tagen aus unbekannter Ursache nach links von ihrer Fahrspur und stößt mit einem Wagen im Gegenverkehr zusammen. Die Frau wird ebenso stark verletzt wie der 54-jährige andere Fahrer und zwei 55- und 77-jährige Insassen, die mit ihm in dem Wagen sitzen. Neben der Polizei und Feuerwehr werden mehrere Rettungswagen und ein bodengebundener Notarzt zum Unfallort geschickt. Auch Christoph 47 wird, zusammen mit dem vom Bundesministerium des Innern betriebenen Christoph 34, alarmiert.

Schnellstens machen sich Pilot Bernd Rosenberger, Notarzt Dr. Karl Thies und HEMS-TC Daniela Trenner von der Station Greifswald aus auf den Weg. Eine Viertelstunde später kommt das Team der DRF Luftrettung mit seiner rot-weißen EC 145 an der Einsatzstelle an. Bernd Rosenberger landet auf einem Wiesenstück direkt neben dem Unglücksort. Große Gräben, die sich rechts und links der Fahrbahn befinden, hat die Feuerwehr mit Hilfe von Leitern bereits überbrückt.

In einem der Rettungswagen untersuchen Hubschraubernotarzt Thies und Rettungsassistentin Trenner die 55-Jährige, die als Mitfahrerin im „Passat“ saß. Mittels des mobilen Ultraschallgeräts, das zur Ausrüstung von Christoph 47 gehört, finden sie rasch schwere innere Verletzungen: Die Frau hat ein stumpfes Bauchtrauma erlitten, das Zwerchfell ist gerissen, sie droht, innerlich zu verbluten.

Mit Hilfe einer Beckenschlinge verhindert das medizinische Team des Greifswalder Rettungshubschraubers weitere Einblutungen. So schnell wie möglich wird die Verletzte in die EC 145 eingeladen. Pilot Bernd Rosenberger startet rasch, und schon während des Fluges bestellt die Crew der DRF Luftrettung per Funk in der Uniklinik Greifswald Blutkonserven in den Schockraum. Dort angekommen, beteiligen sich Dr. Karl Thies und Daniela Trenner weiterhin an der Behandlung der 55-Jährigen. Diese kann durch eine zügige Bluttransfusion stabilisiert werden und wird im Anschluss sofort zu einer lebensnotwendigen Operation im Klinikum gebracht.