29.12.2020 | News-Bericht

Kapprettung aus dem Höhenglücksteig

1
  • Die Winde ist oftmals die einzige Möglichkeit Patient*innen aus unzugänglichen Gebieten zu retten. (Symbolbild; Quelle: DRF Luftrettung)
    Die Winde ist oftmals die einzige Möglichkeit Patient*innen aus unzugänglichen Gebieten zu retten. (Symbolbild; Quelle: DRF Luftrettung)

Das 90 Meter lange Stahlseil der Rettungswinde von „Christoph 27“ kam 2020 24-mal zum Einsatz. So auch Mitte Dezember als ein Kletterer im dritten Teil des Höhenglücksteigs abrutschte und sich verletzte. Er hing in seiner Selbstsicherung und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr aus dieser Lage befreien. Die kalten Temperaturen an diesem Tag und das lange Hängen im Seil verschlechterten den Zustand des Mannes weiter: Er unterkühlte stark und verlor immer mehr das Gefühl in seinen Beinen.

Gemeinsam mit den Einsatzkräften der Bergwachten Lauf-Hersbruck, Nürnberg und Sulzbach entschied die Nürnberger Hubschraubercrew eine Kapprettung mit der Winde durchzuführen. Dafür wurde ein geschulter Luftretter der Bergwacht zum Patienten abgewincht. Der Retter fixierte den Patienten mit einer vorbereiteten Kapprettungsschlinge am Windenhaken des Hubschraubers und kappte das Kletterseil. Anschließend konnten beide gemeinsam in den Hubschrauber gezogen werden. Dann muss alles sehr schnell gehen: Denn wenn der Kletterer im Windenhaken und gleichzeitig noch im Kletterseil hängt, ist der Hubschrauber quasi an die Felswand gefesselt.

Anschließend wurde der Patient mit dem bodengebundenen Rettungsdienst in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht und dort weiterbehandelt.