03.10.2019 | News-Bericht

Sturz an alter Eisenbahnbrücke

  • Die Ausleuchtung des Landeplatzes durch die Feuerwehr war eine optimale Unterstützung bei Landung und Start von Christoph 42.
    Die Ausleuchtung des Landeplatzes durch die Feuerwehr war eine optimale Unterstützung bei Landung und Start von Christoph 42.

Die Nacht-Crew von Christoph 42 ist in der vergangenen Woche erst wenige Minuten im Dienst, übernimmt soeben die Einsatzmaschine von den am Tag zuständigen Kollegen, als die Integrierte Regionalleitstelle Mitte in Kiel den in Rendsburg stationierten Hubschrauber der DRF Luftrettung alarmiert – der einzige, der in Schleswig-Holstein auch während der gesamten Nacht einsatzbereit ist: In Lütjenburg, 58 Kilometer von der Luftrettungsstation entfernt, ist es zu einem Sturz aus einer Höhe von 15 bis 20 Metern gekommen. Ein 14-Jähriger ist von einer ehemaligen Eisenbahnbrücke in ein Waldstück darunter gestürzt.

Sofort starten die Piloten Dirk Kugel und Benedikt Estrup zusammen mit Hubschraubernotarzt Holger Harbs und Notfallsanitäter Bodo Voges in der rot-weißen EC 145 in Richtung der Stadt an der Hohwachter Bucht. Dort hat die Feuerwehr beim Eintreffen der Luftretter über Lütjenburg bereits den Parkplatz eines Discountmarktes abgesperrt und wegen der hereinbrechenden Dunkelheit ausgeleuchtet. Das, so Pilot Dirk Kugel, sei für die Landung und den späteren Start eine optimale Unterstützung.

Unterdessen sind der bodengebundene Rettungsdienst sowie die Feuerwehr an der Absturzstelle im Wald: Um den 14-Jährigen mit dem Rettungswagen (RTW) von dort zum Hubschrauber fahren zu können, müssen die Kameraden der Feuerwehr zunächst einige Bäume fällen. Die bodengebundenen Kollegen der Luftretter übernehmen derweil die Erstversorgung des Patienten im RTW. Mit diesem wird der Junge wenig darauf zum Landeplatz von Christoph 42 gefahren und dort von der DRF Luftrettung übernommen. Der 14-Jährige hat verhältnismäßig großes Glück gehabt: Zwar hat er sich ein Schädel-Hirn-Trauma zugezogen, das je nach Schweregrad eine ernste Verletzung sein kann. Jedoch sind bei dem Aufprall unterhalb der Eisenbahnbrücke sonst erfreulicherweise nur leichtere Blessuren entstanden.

Schnell lädt das Rendsburger Team den Patienten in den Hubschrauber und fliegt ihn in 15 Minuten zum Universitätsklinikum Kiel. Dort übergeben Holger Harbs und Bodo Voges den Jungen an die Krankenhausärzte, die weitere Untersuchungen vornehmen und Behandlungen durchführen.