23.12.2019 | News-Bericht

Windenrettung einer abgestürzten Wanderin

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  • Der in Bautzen stationierte Rettungshubschrauber Christoph 62 ist als einziger in ganz Sachsen mit einer Seilwinde ausgestattet. Symbolbild.
    Der in Bautzen stationierte Rettungshubschrauber Christoph 62 ist als einziger in ganz Sachsen mit einer Seilwinde ausgestattet. Symbolbild.

Für viele Wanderer und Naturfreunde sind die „Schwedenlöcher“ mit ihren zerklüfteten Felswänden ein beliebtes Ausflugsziel in der Sächsischen Schweiz. Ein ebenso wildromantischer wie abenteuerlicher Pfad führt durch die Seitenschlucht zwischen Basteimassiv und Amselgrund. Den steilen Weg begehen an einem Montagmittag eine 60-Jährige und ihre 36-jährige Tochter. Als die zwei auf Wanderer treffen, die mit einem Hund unterwegs sind, kommt es plötzlich zu einem dramatischen Unfall: Durch eine Reaktion des Tieres erschreckt, weicht die 60-Jährige auf der schmalen Felsengasse zurück, tritt so an den Abgrund und verliert den Halt. Ihre Tochter will sie noch zurückziehen, doch schließlich stürzen beide Frauen rund sechs Meter tief in eine enge Felsspalte.

Sofort wählen die Hundebesitzer den Notruf. Die Bergwacht ist mit mehreren Helfern rasch vor Ort und verschafft sich einen Zugang zu den Verunglückten. Während die 36-Jährige nur leichte Blessuren erlitten hat und mittels Geländefahrzeugs zu einem bereitgestellten RTW gebracht werden kann, ist ihre Mutter schwer verletzt. Sie hat unter anderem ein Thoraxtrauma erlitten, muss schonend transportiert werden. Daher wird Christoph 62 angefordert. Der 24 Stunden einsatzbereite Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung ist als einziger in ganz Sachsen mit einer Seilwinde ausgestattet, mit der die Abgestürzte ausgeflogen werden soll.

Die Bautzener Crew erreicht die Alarmierung in der Luft. Sie befinden sich gerade auf dem Rückweg von Dresden zurück zu ihrem Heimatstandort. Umgehend ändern sie die Route und nehmen Kurs auf die Sächsische Schweiz. Die Kameraden der Bergwacht haben die 60-Jährige inzwischen mit Spezialgerät aus ihrer misslichen Lage befreien können und in einen Bergesack gelegt, durch die der Körper der Patientin fest fixiert wird. So befindet sich die Wanderin bereits auf einem Felsblock, als die Besatzung von Christoph 62 eintrifft und die Windenrettung beginnt: Unterstützt von Notfallsanitäter und Windenoperator Martin Bosch positioniert der Pilot der DRF Luftrettung die rot-weiße Maschine des Typs H 145 direkt über der Einsatzstelle, welche durch ein Leuchtfeuer gut markiert wird. Da sich ein ärztlicher Kollege der Bergwacht bereits vor Ort befindet, wird nur der Windenhaken zur Unglücksstelle herabgelassen. Gemeinsam mit einem Luftretter der sächsischen Bergwacht wird die Schwerverletzte behutsam an der Winde emporgezogen und an Bord aufgenommen.

Auf einem nahegelegenen Parkplatz bei Rathewalde landet der sächsische Rettungshubschrauber kurz darauf. Dort versorgt das medizinische Team von Christoph 62 die 60-Jährige gemeinsam mit den bodengebundenen Rettungskräften weiter. „Sie hatte einige Prellungen und Schürfwunden sowie eine Kopfverletzung. Am gravierendsten war jedoch das erlittene Thoraxtrauma“, verdeutlicht Martin Bosch das Verletzungsbild der Patientin. Unter anderem hat diese bei dem Unfall eine Lungenprellung davongetragen. Die Bautzener Crew der DRF Luftrettung fliegt die abgestürzte Ausflüglerin daher eiligst ins Krankenhaus nach Dresden-Friedrichstadt, wo die aufnehmenden Ärzte unverzüglich die nächsten Behandlungsschritte einleiten.